Die agile Organisation: Mehr als nur Beweglichkeit

Auch wenn das neue Jahr schon ein paar Tage alt ist, ist es immer noch frisch genug, um Euch alles Gute zu wünschen! Wir hoffen, Ihr habt schön gefeiert und seid nach dem Trubel wieder gut im Alltag angekommen.

Das neue Jahr starten wir direkt mit einem spannenden Thema, wie wir finden. Es geht um die agile Organisation, die wir Euch heute genauer vorstellen möchten. Wir zeigen nicht nur, was eine agile Organisation konkret ausmacht, sondern auch welche Effekte und Herausforderungen sie mit sich bringt.

dieagileorganisation

Quelle: William Hook, unsplash

Agil sein im Allgemeinen ist in aller Munde und vor allem in den letzten Jahren zu einem großen Trend im Unternehmenskontext geworden. Denn wer will es nicht sein: „von großer Beweglichkeit zeugend, regsam und wendig“? (Erklärung lt. Duden) Das Gegenteil ist sicherlich nur wenig erstrebenswert und so setzen vor allem IT-Unternehmen zunehmend auf agile Methoden. Der Grund dafür liegt recht nahe: Unternehmen sind mit wachsendem Druck konfrontiert, der vor allem mit der fortschreitenden Digitalisierung und Globalisierung einhergeht. Innovative Lösungen müssen her, um der rasanten Geschwindigkeit standhalten zu können.

Vor einigen Jahren hat sich das Prinzip der agilen Entwicklung in der Softwarebranche allmählich etabliert. Dort hat man mit Scrum und Kanban Tools für sich entdeckt, um IT-Projekte schneller und effizienter zu bearbeiten. Doch längst spricht man nicht mehr nur von der Softwareentwicklung, in der agile Methoden zum Einsatz kommen. Weiterführend ist sogar von einer agilen Organisation die Rede. Denn schließlich betrifft Agilität nicht nur einzelne Abteilungen, sondern ganz vielfältige Teile einer Organisation. Demnach kann sie sich auch auf Anwendungsfelder beziehen, in deren Mittelpunkt beispielsweise die Führungskultur oder der Umgang mit komplexen Strukturen oder Prozessen stehen. Mögliche Ansätze liefern Methoden wie Design Thinking oder Lean Startup.

Doch wie sieht nun eigentlich eine agile Organisation aus und welche Vorteile hat sie?

Neben der Anwendung agiler Arbeitsmethoden, die weiter oben bereits angesprochen wurden, zeichnen sich agile Organisationen durch zwei wesentliche Punkte aus:

  • flache Hierarchien: Statt eines feinteiligen Organisationsaufbaus, der den Mitarbeitern jeweils feste Kompetenz- und Aufgabenbereiche vorgibt, setzen flache Hierarchien auf eine Kompetenzaufteilung auf mehrere Mitarbeiter gleichzeitig. Der Vorteil ist, dass Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung erhalten. Bedingt durch kurze Kommunikationswege ist es außerdem möglich, Angelegenheiten ohne komplizierte Umwege und Zwischenstufen klären. Nicht zuletzten ist das Unternehmen im Gesamten durch den eher einfachen Organisationsaufbau deutlich flexibler in seinem Handeln und Entscheiden.
  • Selbstorganisation: Meist bedingt das eine das andere. So auch hier. Wie schon im Punkt zuvor angesprochen, geht mit flachen Hierarchien in der Regel mehr Verantwortung einher, die schließlich den Mitarbeitern zuteil wird. Die Selbstorganisation knüpft daran an. Im Kern geht es darum, dass Mitarbeiter in der Lage sind, selbständig Entscheidungen zu treffen und übergreifende Verantwortung für Aufgaben zu übernehmen. Die Organisation des Teams erfolgt dabei nicht wie im klassischen Verständnis durch einen festen Leiter, der die Aufgaben und Verantwortlichkeiten vorgibt und verteilt, sondern weitgehend durch die Mitarbeiter selbst, die mit bestimmten Fähigkeiten und Rollen ausgestattet sind.

Theorie vs. Praxis

Was in der Theorie recht einfach klingt, ist in der Praxis oft alles andere als leicht umsetzen. Agil sein bedeutet schließlich nicht nur, sich den entsprechenden Methoden und Instrumenten zu bedienen und diese anzuwenden, nein, agil sein bringt vor allem Veränderungen in der Denkweise der Mitarbeiter mit sich. Der Grundvoraussetzung für eine Gelingen sind gemeinsame Werte und Prinzipien, die eine Orientierung geben, in welche Richtung sich das Unternehmen bewegt. Zuguterletzt gilt es für jeden Einzelnen, diese Werte nicht nur zu wahrzunehmen, sondern auch wirklich zu leben. Nur wenn alle Beteiligten dahinterstehen, können auch entsprechende Instrumente und Tools im Praxiseinsatz funktionieren. Zu den wichtigsten Werten gehören:

  • Commitment
  • Einfachheit
  • Feedback
  • Fokus
  • Kommunikation
  • Mut
  • Offenheit
  • Respekt

Klingt plausibel?

Ist es auch – zumindest zum Teil. Denn gerade wenn Unternehmen lange Zeit genau nicht nach diesen Werten gelebt haben, kann es eine große Herausforderung darstellen, diese neuen Denkweisen zu verinnerlichen und tatsächlich agil zu sein. Gewohnheiten lassen sich nicht eben mal ändern. Um die Mitarbeiter daher an die neuen Arbeitsweisen heranzuführen, kann ein entsprechendes Training für die Mitarbeiter im Vorfeld, aber auch während dessen von Vorteil sein.

Wichtig ist zudem: Agile Methoden sind kein Pauschalrezept und erbringen nicht in jedem Unternehmen und in jedem Bereich die gleichen Resultate. Wenn die jeweiligen Besonderheiten der Einsatzbereiche beachtet werden, können agile Methoden durchaus gute Resultate leisten. Sie müssen jedoch immer im unternehmensspezifischen Kontext angewendet und zu Eigen gemacht werden. Ein Tipp ist deshalb an dieser Stelle, vorher genau zu überlegen, was erreicht werden möchte, welche Ressourcen zur Verfügung stehen (z.B. personell, zeitlich) und welche Arbeitsweisen zum Team und natürlich letztlich zur Organisation im Gesamten passen. Und das sollte bestenfalls nicht im Stillen passieren, sondern im Austausch mit allen Mitarbeitern.

Und nun seid Ihr dran: Welche Erfahrungen habt ihr mit agilen Arbeitsweisen gemacht – sei es in einzelnen Bereichen, wie in der IT, oder im gesamten Unternehmen? Lasst es uns gern Eure Meinung da.

Bis bald, Euer Scitotec-Team

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